Radsport

Tour de France, Doping, Lance Armstrong, Eufemiano Fuentes
  • Jetzt hat es also doch den Ersten erwischt. Der Spanier Mikel Astarloza wurde im Vorfeld der Tour de France 2009 positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet. Daraufhin wurde er vom Radsport-Weltverband UCI mit sofortiger Wirkung gesperrt.

  • Dümmer geht es immer. Radprofi Danilo di Luca, branchenintern auch unter dem Spitznamen Killer geführt, wurde beim diesjährigen Giro d´Italia zweimal positiv auf das EPO-Präparat CERA getestet. Als Wiederholungstäter droht di Luca damit eine lebenslange Sperre.

  • Vor dem zweiten Ruhetag ist kurzzeitig Leben in die vor sich hin plätschernde Tour de France gekommen. Auf der Etappe nach Verbier eroberte Astana-Profi Alberto Contador das gelbe Trikot und nahm seinem teaminternen Rivalen Lance Armstrong eineinhalb Minuten ab.

  • Durchbruch für die Wissenschaft: Inigo Landaluze und Riccardo Serrano ist der Nachweis gelungen, das EPO-Doping sich auch nachhaltig auf die Hirnfunktionen auswirkt. Die beiden spanischen Radprofis wurden positiv auf das EPO-Mittel CERA getestet, das bereits seit 2008 nachweisbar ist.

  • Das hatte sich die Tourdirektion fein ausgedacht: Ausgerechnet am Nationalfeiertag hat sie ein Verbot der internen Team-Kommunikation verboten. Die französischen Teams fanden die Idee prima, funkten am Ende aber doch nur SOS: Gewonnen hat die 10. Etappe nämlich ein Brite.

  • Pierre Bordry, Chef der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD, hat erste Kritik an den Doping-Kontrollen bei der Tour de France geübt. Der verantwortliche Radsportweltverband UCI darf dies als Affront bezüglich der Ernsthaftigkeit ihrer Bemühungen verstanden wissen.

  • Während seine Kollegen von Liquigas die Tour de France bestreiten, entspannt Ivan Basso mit der Familie im heimischen Swimmingpool und zählt die Tage bis zur Tour 2010. Ex-Rabobank-Profi Michael Boogerd Derweil sieht sich derweil mit weiteren Dopingvorwürfen konfrontiert.

  • Tom Boonen hat seinen Start bei der Tour de France gerichtlich erzwungen. Das Sportgericht des französischen Olympia-Komitees gab einer Klage des belgischen Quickstep-Sprinters gegen die ASO statt. Boonen war wegen Kokainmissbrauchs von der Tourdirektion ausgeladen worden.

  • Der Dopingfall Thomas Dekker bringt seinen Teamchef Marc Sergant in die schwierige Situation, der Öffentlichkeit erklären zu müssen, warum er einen Profi verpflichtet hat, der zuvor wegen Dopingverdachts bei der Konkurrenz hat gehen müssen. Deshalb lässt er es auch.

  • Der Nächste, bitte: Dem niederländischen Radprofi Thomas Dekker wurde bei einer Nachuntersuchung einer Dopingprobe aus dem Jahr 2007 Doping mit EPO nachgewiesen. Die erneute Kontrolle war aufgrund auffälliger Blutwerte von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA beantragt worden.

  • Die ehemaligen Radprofis Jörg Jacksche und Bernhard Kohl mischen im Vorfeld der Tour de France die Branche auf. Im Stile von Walldorf und Stadler, den beiden Alten aus der Muppetshow, ledern Bella und Bernie ihre ehemaligen Teamkameraden und Vorgesetzte ab.

  • Natürlich steht die Tour de France 2009 vor allem im Zeichen des Comebacks von Lance Armstrong. Doch anders als bei seinen bislang sieben Siegen geht Armstrong in diesem Jahr nicht als Top-Favorit an den Start. Der härteste Widersacher kommt dabei aus seinem eigenen Team.

  • Tyler Hamilton, ehemaliger Helfer von Lance Armstrong, war eigentlich guter Dinge, bei der Tour de France 2009 an den Start gehen zu können. Nach abgesessener Dopingsperre hatte der russische Rennstall Kathusha („Rakete“) Hamilton unter seine Fittiche genommen.

  • Riccardo Ricco erfreute unvoreingenommene Beobachter der Tour vor allem durch seinen Hang zur größenwahnsinnigen Selbsteinschätzung.

  • Stefan Schumacher war einer der Hoffnungsträger für das Team Gerolsteiner, das während der Tour de France 2008 händeringend nach Sponsoren suchte. Der Nürtinger gewann beide Zeitfahren der Tour und fuhr zwischenzeitlich sogar im Gelben Trikot.

  • Der Manager der Sprudeltruppe Gerolsteiner verbrachte die Tour 2008 auf der Suche nach einem neuen Sponsor, weil im Laufe des Jahres klar geworden war, dass der Mineralwasserkonzern sein Engagement Ende 2008 beenden würde.

  • Das Entsetzen war groß, als der belgische Sprintstar zum dritten Mal positiv auf Kokain getestet wurde. Boonen gab sich reumütig und bekannte, ein massives Suchtproblem zu haben.

  • Sportkamerad Birillo gab nach verbüßter Sperre sein Rundfahrt-Debut beim Giro d´Italia. Und durfte sogleich feststellen, dass die Luft nach oben noch nicht ganz wieder vorhanden ist.

  • Der frisch gebackene Sieger der Dauphiné Libéré hat ein Problem: Die Strecke der Tour de France führt in diesem Jahr durch Italien. Und in Italien kann Valverde sich derzeit nicht blicken lassen, weil er dort nach einem DNA-Abgleich einer Dopingprobe mit Blutproben aus dem Fuentes-Labor für Rennen gesperrt ist.

  • Wie in jedem Jahr werden auch bei der Tour de France 2009 einige Favoriten fehlen. Einige Fahrer sind noch oder wieder gesperrt, andere haben gute Gründe, in diesem Jahr auf die große Schleife zu verzichten. Für die meisten gilt: Nach der Tour ist vor der Tour.

  • Floyd Landis galt als einer der Top-Favoriten auf den Gewinn der Tour de France 2006. Bis zur 16. Etappe lief auch alles wie geschmiert, dann brach Landis vollkommen ein und verlor nicht nur über 10 Minuten, sondern auch sein gelbes Trikot.

  • Jan Ullrich wurde 2002, während eines Aufenthalts in einer Rehabilitationsklinik, positiv auf Amphetamine getestet. Die Begründung dafür ist genauso suspekt wie die angebliche Beteiligung Ullrichs im Doping-Fall Fuentes.

  • Gilberto Simoni, zweifacher Giro d’Italia-Sieger, wurde 2002 positiv auf Kokain getestet. Für Simoni war der Fall glasklar. Es müssen die Caramel-Bonbons gewesen sein, die sich der Italiener aus Südamerika mitgebracht hatte.

  • Als Dopingfahnder 2002 im Haus von Frank Vandenbroucke das Asthmamittel Clenbuterol sicherstellten, brachte der Belgier blitzschnell seinen Hund ins Spiel.

  • Als Tyler Hamilton, Zeitfahr-Olympiasieger von Athen, des Blutdopings überführt wurde, hatte er eine ganz plausible Ausrede parat, zumindest für die Anhänger der griechischen Mythologie.

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