Stars im Vollzug
Diego Maradona
Sportart
Nation
Straftatbestand
2 Jahre und 10 Monate Bewährungsstrafe
Diego Maradona lebt als wandelnde Folklore irgendwo zwischen Hand Gottes und Herzinfarkt. Um sein unglaubliches Talent auf menschenähnliches Maß zurück zu schrauben, nimmt Maradona einiges in Kauf.
So zählt er unter anderem Fidel Castro und Lothar Matthäus zu seinen Freunden und befleißigt sich eines betont unsportlichen Lebenswandels.
Wurde ihm schon während seiner Zeit beim FC Barcelona ein gewisser Hang zur Übertretung der Betäubungsmittelgesetze nachgesagt, gerät Maradonas Karriere mit seinem Wechsel zum SSC Neapel endgültig in Zwielicht. Einerseits erfährt der selbst aus bescheidensten Verhältnissen stammende Argentinier im verarmten Süden Italiens die Art vorbehaltloser Bewunderung, die ihm im kapriziöseren Barcelona versagt geblieben war.
Kehrseite dieses Ruhms ist jedoch Arrangement mit der Camorra, ohne die ein öffentliches Leben Neapels zumindest in den 1990ern wenig vorstellbar war. Gerüchte über Mitgliedschaft und Teilhabe an mafiösen Machenschaften haben Maradonas Zeit beim SSC Neapel jedenfalls nicht nur begleitet.
Die Akte:
1991: Maradona wird in Neapel wegen Besitz und Weitergabe von Kokain zu einer Bewährungsstrafe von 14 Monaten verurteilt. Die Verhandlung findet allerdings ohne den Argentinier statt, der sich zuvor aus Italien abgesetzt hat.
1994: Maradona wird zu zwei Jahren und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt, weil er mit einem Luftgewehr auf Journalisten geschossen hat, die vor seinem Haus bei Buenos Aires warteten.

