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Das Lexikon der Dopingmittel

In unserem Lexikon der Dopingmittel findest du einen Überblick über die gängigsten Substanzen im Profi- und Amateursport sowie deren Wirkungen und Risiken.

Dopingmittel
Marsan / Shutterstock.com

Leistungssport und Doping. Zwei schwer trennbare Begriffe. In den Medien wird wiederholt aufgezeigt, dass trotz mehr oder weniger strenger Kontrollen die Sportler verschiedenster Bereiche sich diverse Substanzen zur Hilfe nehmen.

Warum wird Doping benutzt? Welche Wirkungen haben die unterschiedlichen Substanzen? Es gibt viele Fragen zur Thematik.

In den nachfolgenden Artikeln wird näher auf die verschiedenen Bereiche der Anwendung, Wirkung und Nutzen eingegangen.

Was ist Doping?

Definition des Begriffes nach der WADA
(World Anti Doping Agency)

Doping wird definiert als das Vorliegen eines oder mehrerer Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen.

Man unterscheidet beim Doping auch nach dem Zeitraum. So gibt es Mittel die kurz vor oder während eines Wettkampfes benutzt werden. Andere Dopingmittel wiederum werden langfristig benutzt, z.B. zum Muskelaufbau.

Diese Verstöße werden auszugsweise in der nachfolgenden Gliederung unterteilt.

Beispiel 1: Verbotene Wirkstoffe finden sich in Körpergewebs- oder Körperflüssigkeiten eines Athleten.

Beispiel 2: Die Anwendung oder der Versuch einer Anwendung von verbotenen Substanzen.

Beispiel 3: Das Verweigern oder das Unterlassen von Teilnahmen an Probenahmen.

Beispiel 4: Der Verstoß gegen anwendbare Vorschriften über die Verfügbarkeit des Athleten z.B. für Trainingskontrollen.

Beispiel 5: Beeinflussung oder der Versuch der Einflussnahme auf Teile des Dopingverfahrens.

Beispiel 6: Besitz verbotener Wirkstoffe und oder Methoden.

Beispiel 7: Der Handel mit verbotenen Wirkstoffen und oder Methoden.

Beispiel 8: Die Verabreichung oder versuchte Verabreichung von verbotenen Substanzen bei Athleten oder die Beihilfe, Anleitung, Anstiftung oder Verschleierung gegen Anti-Doping-Bestimmungen.

Die oben aufgeführten Punkte stellen lediglich einen groben Auszug aus den Bestimmungen da.

Amphetamin

Doping-Wirkstoffgruppe

  • Stimulanzien

Einsatzbereich
Leistungssport, Radsport

Amphetamin wurde ursprünglich mit der Absicht entwickelt, asthmatische Symptome bei Patienten zu lindern. Mit der Isolierung von Ephedrin aus der Pflanze ”ma huang” gewann man ein Präparat zur Verabreichung. Doch die Seltenheit der Pflanze verlangte nach Ersatz. Der synthetisierte Ersatz, entwickelt in den 1930-er Jahren, wurde Amphetamin genannt.

Amphetamin verhilft dem Körper einen Energiebedarf bei Müdigkeit aus körpereigenen Stoffen zu mobilisieren. Der Körper wird in die Lage versetzt, höhere Leistungen zu vollbringen. Auch die Sauerstoffaufnahme über die Atemwege wird verbessert.

Positive Wirkung
Sie sind die Tour de France gleich zweimal hintereinander gefahren und waren trotzdem Erster.
Negative Wirkung
Dank Halluzinationen sehen Ihre Teamkameraden wie hungrige Werwölfe aus.

Anabolika

Doping-Wirkstoffgruppe

  • Anabole Wirkstoffe

Einsatzbereich
u.A. Kraftsportarten, wie Bodybuilding, Kraft-Dreikampf

Anabol androgene Steroidhormone oder auch Anabolika dienen als muskelaufbauende Substanzen und werden daher für die Verbesserung der sportlichen Leistungen in der Trainingsphase von Sportlern verwendet. Anabolika wurde erstmals 1976 verboten. "Beliebt" war und ist das Dopingmittel in kraftintensiven Sportarten wie z.B. Bodybuilding, Kraft-Dreikampf oder Gewichtheben.

Positive Wirkung
Sie bekommen endlich eine ansehnliche Scham- und Körperbehaarung bei reichlich tiefer Stimme. Sie sind endlich ein richtiger Mann.
Negative Wirkung
Mit Ihrer gestiegenen Aggressivität, gepaart mit der Akne und Ihren Schrumpfhoden fehlen Sie auf jeder Gästeliste. Ihre Freundin Anna Bulika vom Dreikampf sieht nun auch aus wie Hulk Hogan - aber mit viel mehr Bart.

Cannabis

Doping-Wirkstoffgruppe

  • Cannabinoide

Einsatzbereich
Risikosportarten, z.B. Downhill-Radfahren

Als Dopingsubstanz im Sinne einer Leistungssteigerung ist Cannabis nicht zu sehen. Vielmehr wird die beruhigende /sedierende Wirkung gewünscht. Die Beruhigung wirkt sich "positiv" auf die Risikobereitschaft aus. Diese steigt und kann einem Sportler helfen Ängste oder Anspannungen zu überwinden.

Frei nach der Devise:Eh cool Mann, voll easy.

Positive Wirkung
Sie bringt nichts aus der Ruhe. Nicht einmal der Startschuss zum 100m-Hürden-Lauf an dem Sie gerade teilnehmen.
Negative Wirkung
Ihre Dreadlocks könnten sich in der Fahrradkette verfangen.

EPO

Doping-Wirkstoffgruppe

  • Peptid- und Glykoproteinhormone

Einsatzbereich
Ausdauersportarten, Radsport, Marathon

Der Begriff EPO, die Kurzform von Erythropoetin, ist den meisten Sportinteressierten ein Begriff, denn EPO zählt im Sport zur Modedroge. EPO ermöglicht eine Erhöhung der Transportkapazität für Sauerstoff. Eigentlich entwickelt zur Bekämpfung von Blutarmut erfreut sich vor allem der Radsport an den nutzbaren Wirkungen von Erythropoetin und wird daher auch gern als "Radfahrerdroge" bezeichnet.

Positive Wirkung
Öfter mal aufgefrischtes Blut und Ihre Lebensgefährtin schätzt Ihre gestiegene Ausdauer.
Negative Wirkung
Ihr erster Herzinfarkt liegt bereits zur Abholung bereit. Und als kleines Präsent zur Eil-Bestellung erhalten Sie Thrombosestrümpfe.

Koffein

Doping-Wirkstoffgruppe

  • Stimulanzien

Einsatzbereich
Weltweit für fast Jedermann

Koffein (Coffein) zählt zu den bekanntesten Stimulanzien und ist ein anregend wirkender Bestandteil von Genussmitteln wie Kaffee, Tee, Cola, Mate, Guaraná, Energy-Drinks und Kakao.

Mit mehr als 12 mg pro Liter Urin galt Koffein als Doping. 2004 wurde Koffein von der Dopingliste gestrichen.

Positive Wirkung
Gibt es auch an Tankstellen.
Negative Wirkung
Ein Muss für den langen Arbeitstag - aber Vorsicht: Zu heiß eingenommen führt es zu Verbrennungen.

Morphin

Doping-Wirkstoffgruppe

  • Narkotika

Einsatzbereich
Leistungssport

Morphin oder auch Morphium hat seinen Ursprung im Opium. Opium, abgeleitet aus dem lateinischen Wort opus=Saft, wird aus dem getrockneten Milchsaft des Schlafmohns gewonnen. Für die narkotisierende und schmerzstillende Wirkung ist Opium seit ca. 3000 Jahren bekannt und begleitet seitdem die Menschheitsgeschichte.

Die reine extrahierte Substanz aus dem Schlafmohn wurde in Anlehnung an Merpheus, den griechischen Gott der Träume, als Morphin bekannt. Im Sport wird Morphium aufgrund seiner stillenden Eigenschaft bei Muskel- und Gelenkschmerzen verwendet.

Positive Wirkung
Der abgerissene Arm beim Hammerwerfen tut nicht weh, sondern sieht nur doof aus.
Negative Wirkung
Die Atemlähmung ereilt Sie bei der Ansprache zur Siegerehrung. Sie sind sprachlos.

Pot Belge

Doping-Wirkstoffgruppe

  • Narkotika

Einsatzbereich
Radsport

Der Pot Belge (belgische Mischung) ist ein Cocktail verschiedener Substanzen, der besonders im Radsport Verwendung findet. Das Grundrezept besteht aus Heroin, Kokain und Amphetaminen. Wenn sonst noch ein Gift zur Hand ist, wird es einfach dazu gekippt. Was weg muss, muss weg.

Die extrem suchtgefährdende Mischung galt in Radsportlerkreisen lange Zeit als Partymischung für alle Gelegenheiten. Die Wechselwirkung der verwendeten Drogen soll den Athleten aufputschen und schmerzresistenter machen.

Oft wurde der Pot Belge von den so genannten Soigneurs zusammengebraut, einer Art Mädchen fürs Grobe im Profiradsport. So war es der in Fachkreisen berüchtigte Willy Voet, der Richard Virenque unter anderem mit Pot Belge zum Toursieg dopen sollte. Am Ende wurde daraus aber lediglich der Festina-Skandal.

Positive Wirkung
„Miraculix, die Römer kommen!"
Negative Wirkung
Wir Kinder vom Bahnhof Zoo.

Wachstumshormone

Doping-Wirkstoffgruppe

  • Peptid- und Glykoproteinhormone

Einsatzbereich
Radsport, Leichtathletik, Bodybuilding, Kraftsportarten

Doping mit Wachstumshormonen soll zumeist die ungewollte Nebenwirkung einer längeren EPO-Kur ausgleichen. Da EPO bei kontinuierlicher Einnahme zu Musckelschwund führt, wirkt der dopende Athlet dem durch die Zufuhr von Wachstumshormonen entgegen. Wodurch sich das Muskelgewebe schnell wieder vergrößert.

Eine medizinische Indikation zur Gabe von Wachstumshormonen ist zum Beispiel bei Zwergwuchs gegeben. Was uns zu den Nachteilen des Missbrauchs von Wachtsumshormonen führt. Marco Pantani hat sich schließlich nicht umsonst den Spitznamen Elefantino eingefangen.

Positive Wirkung
„Vergiss die Nummer mit dem Spinat, Popeye!“
Negative Wirkung
"Gibt es die Schuhe auch zwei Nummern größer?"
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