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Leiche aus dem Keller des Nachbarn
Der Dopingfall Thomas Dekker bringt seinen Teamchef Marc Sergant in die schwierige Situation, der Öffentlichkeit erklären zu müssen, warum er einen Profi verpflichtet hat, der zuvor wegen Dopingverdachts bei der Konkurrenz hat gehen müssen. Deshalb lässt er es auch.
Er sei "entsetzt", gibt Silence-Lotto-Teamchef Marc Sergant nun zu Protokoll. Entsetzen kommt zunächst immer gut an und hilft auch im Radsport von Einzelfall zu Einzelfall weiter. Zum Einzelfall Dekker fällt Sergant aber immerhin noch ein, dass die fragliche Dopingprobe aus seiner Zeit bei Rabobank stammt. Das muss er sagen, auch wenn es genau so blöd ist, wie es sich liest.
Ein Jahr zuvor hat der niederländische Rennstall Rabobank Dekker aus dem Tourkader geworfen und kurz darauf entlassen. Dekkers Blutwerte waren so auffällig, dass er gleich mehrfach vom Radsport-Weltverband UCI verwarnt wurde. Dass der Niederländer zudem, wie auch einige seiner damaligen Teamkollegen, in Verbindung mit der Wiener Blutbank Humanplasma gebracht wurde, war auch 2008 kein besonders streng gehütetes Geheimnis.
Warum Monsieur Sergant sich diese Leiche aus dem Keller des Nachbarn hat andrehen lassen, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

am 2. Juli 2009
