Radsport
Operation Milchglas

Lance Armstrong mag nun doch nicht gläsern sein. Der amerikanische Radprofi beendet die Zusammenarbeit mit dem Anti-Doping-Experten Don Catlin wegen logistischer Probleme.
Dabei hatte der siebenmalige Tour-de-France-Sieger das Projekt, das ihn als gläsernen Athleten von allen Dopingvorwürfen befreien sollte, erst wenige Wochen zuvor und mit großem Getöse vorgestellt. So sollte Catlin alle drei Tage Armstrongs Blutwerte analysieren und im Internet veröffentlichen. Zu kompliziert, zu teuer, lautet nun die Begründung für die Einstellung des Projekts.
Ersatzweise wird sich Lance Armstrong nun gänzlich auf das teaminterne Antidopingprogramm seines Teams Astana stützen, dessen wegweisende Arbeit den makellosen Leumund des kasachischen Rennstalls mitbegründet hat.
Unterdessen bereiteten dem Texaner zum Auftakt der Kalifornien-Rundfahrt an die 100.000 Zuschauer einen frenetischen Empfang. Für Armstrong war es der erste Start in den USA, nachdem er sein Comeback als Radprofi verkündet hatte.
"Die Begeisterung der Fans ist unglaublich, aber ich bin noch mehr begeistert", sagte der siebenmalige Tour-de-France-Sieger, der beim Prolog in der Hauptstadt Sacramento auf dem zehnten Platz landete.
Begeisterung herrschte auch im Umfeld des Radrennens, dessen Hauptsponsor Amgen Weltmarktfüher für Epo-Produkte ist, über das hochwertige Teilnehmerfeld.
Neben Lance Armstrong veredelten einige weitere Helden der Vergangenheit das Prestige der bislang eher mittelprächtigen Rundfahrt: So gaben Ivan Basso und Tyler Hamilton ihr langerwartetes Comeback nach abgesessenen Dopingsperren.
Ein Highlight setzte auch Kurzzeittoursieger Floyd Landis: Armstrongs ehemaliger Teamgefährte präsentierte sein neues Hüftgelenk wegweisend im Dress eines drittklassigen Teams namens OUCH.

am 15. Februar 2009
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