Die Ergebnisse der Bundesliga-Hinrunde 2009/10

17. Spieltag

Bayern München – Hertha BSC 4:0

Bayern-Coach Louis van Gaal verzichtet zur allgemeinen Überraschung auf jegliche Änderungen in der Startformation. Der Niederländer ist unter der Woche aber mehrfach beim Training der zweiten Mannschaft gesichtet worden sein. Entsprechend motiviert geht der designierte Herbstmeister zu Werke und lässt den Berlinern kaum eine Chance. Erst als die Bayern Mitte der zweiten Hälfte drei Gänge zurückschalten, wird Hertha-Angreifer Wichniarek einmal kurz vor dem Strafraum der Gastgeber geortet.

Hertha-Trainer Favre ist mit der Einstellung seiner Jungs dennoch zufrieden: „Wenn man bedenkt, welche Angst meine Spieler vor dem Spiel hatten, haben sie das eigentlich gut gelöst.“ Dennoch wolle man sich in der Winterpause nach dem ein oder anderen zweitligatauglichen Akteur umsehen.

VfB Stuttgart – 1899 Hoffenheim 2:1

Ein über weite Strecken offenes Derby kann der VfB durch ein spätes Tor von Thomas Hitzlsperger knapp für sich entscheiden. Ein bisschen Glück kam dem Stuttgarter Kapitän bei seinem Schuss aus 70 Metern aber auch zu Gute. Eine Windböe, die durch das baustellenbedingt halboffene Stadion weht, erfasst erst den Ball und dann den etwas zu weit vor seinem Kasten stehenden Gästekeeper Hildebrand.

Hoffenheims Trainer Rangnick rollt beim Thema Ballack nur genervt mit den Augen. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft hat sich zuletzt beim FC Chelsea mit der Rolle des Reservisten begnügen müssen.

Hamburger SV – Werder Bremen 1:2

„Wir wollen euch nie wieder gegen Werder spielen sehn!“, singen frustrierte HSV-Fans, nachdem ihr Team im Nord-Derby einmal mehr den Kürzeren zieht. Die Gastgeber spielen zwar äußerst aggressiv, kommen gegen flinke Bremer aber nicht wie gewünscht in die Zweikämpfe. Da hilft es auch nicht, dass Schiedsrichter Weiner sich aufgrund des im Stadion herrschenden Papierverbotes keine Notizen zu den reichlich verteilten gelben Karten machen kann.

Borussia Dortmund – SC Freiburg 3:1

Der Heimsieg über den Aufsteiger bringt den BVB auf den dritten Rang der Tabelle. Während Trainer Jürgen Klopp anregt, die Weihnachtsfeiertage zu Testspielen zu nutzen, resümiert Dortmunds Boss Watzke zufrieden: „Trainer gut, Mannschaft gut, Dortmund gut.“ Die BVB-Aktie macht einen gewaltigen Sprung und klettert erstmals in diesem Jahr auf 11 Cent und könnte bald ein Kandidat für den DAX sein.

FC Schalke 04 – FSV Mainz 05 1:0

Es knirscht und rumpelt im Schalker Spiel, die Gastgeber quälen sich und ihre Fans mit großer Mühe zu einem knappen Heimsieg. Schalke-Trainer Felix Magath sehnt schon das kommende Trainingslager herbei, das vom Hauptsponsor Gazprom organisiert wird: „Gerade im Januar herrschen in Jakutzk nahezu ideale Bedingungen: Die Stechmücken sind eingefroren und der nächste Journalist 4000 km entfernt.“

Bayer Leverkusen – Borussia Mönchengladbach 2:1

Rudi Völler, künftiger UNICEF-Botschafter für Fußball und Frisur, verabschiedet sich mit einem Heimsieg aus Leverkusen. Gegen Ende der Partie klingen die Ruuudi-Rufe der Fans zwar ein wenig heiser, aber der tränenrührende Charakter der ganzen Veranstaltung wird dadurch nicht beeinträchtigt.

In der Schlussphase gerät der Leverkusener Sieg aber noch in Gefahr, als sich Gäste-Stürmer Neuville ein letztes Mal durch die von Weinkrämpfen geschüttelte Hintermannschaft der Gastgeber schlängelt. Sein Schlenzer landet aber knapp neben dem Tor, da auch Neuville zu diesem Zeitpunkt Tränen in den Augen hat.

Hannover 96 – VfL Bochum 1:1

96-Trainer Hecking sitzt zum Abschluss der Hinrunde im Weihnachtsmannkostüm auf der Bank. Er hatte mit Mirko Slomka gewettet, dass dieser ihn im Saisonverlauf ablösen würde. Hannovers Präsident, dem sein Verein inzwischen herzlich egal ist, musste für sein Festhalten am Trainer sogar schon einen Preis ablehnen, den ihm eine Frauenzeitschrift überreichen wollte.

„Die sollen meine Hörgeräte kaufen und nicht dumm rumqatschen.“, kommentiert Kind das Ansinnen leicht gereizt.

1.FC Köln – 1.FC Nürnberg 1:1

Beide Teams können ihre Nervosität im Kellerduell nicht ablegen und produzieren Fehler über Fehler. Nürnbergs Trainer Meyer hatte sein Team beim Abschlusstraining gelobt, was seine Spieler offenbar schwer in Grübeln gebracht hat. Auf Kölner Seite fürchtet man, den in der Mannschaft mittlerweile äußerst beliebten Trainer Matthäus möglicherweise bald wieder verlieren zu können.

Eine Kölner Boulevardzeitung hatte unlängst von einer Sitzung des Aufsichtsrates berichtet, in der sich mehrere Mitglieder über Matthäus´ unkölsche Mundart echauffiert hatten.

Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg 2:2

Wolfsburg Vorstandsetage beschließt die Hinrunde, die dem Meister ein Unentschieden bei der Eintracht beschert, bei einem Frankfurter Edelitaliener. „Es ist gelungen, die Marke Wolfsburg zu konsolidieren, ohne dem Druck der Globalisierung stattgeben zu müssen.“, fasst Geschäftsführer Hotze zusammen, was ihm aufgefallen ist.

Auch in Frankfurt wird nach der Vorrunde eine positive Bilanz gezogen: „Wir sind sportlich keinen Schritt vorangekommen, hatten aber irre viel Spaß dabei. Vinceremos!“, heißt es in einem Flugblatt, dass der Vorstand über der Stadt abwerfen lässt.

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Ein 3:0 für uns würde mir heute auch schon reichen.
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