Radsport
Tour im Funkloch

Das hatte sich die Tourdirektion fein ausgedacht: Ausgerechnet am Nationalfeiertag hat sie ein Verbot der internen Team-Kommunikation verboten. Die französischen Teams fanden die Idee prima, funkten am Ende aber doch nur SOS: Gewonnen hat die 10. Etappe nämlich ein Brite.
Man wolle, so das Ansinnen der A.S.O., das Rennen der Planbarkeit durch interne Funkabsprachen entziehen. Die Fahrer sollten so selbständiger auf Rennsituationen reagieren, anstatt auf die Befehle Ihrer Teamleiter. Außer bei den französischen Teams, die das bereits bei ihren Landesmeisterschaften üben konnten, stieß der Vorschlag jedoch auf Ablehnung.
Armstrong: Warum nicht ohne Bremsen?
Und verleitete Lance Armstrong zu einer ebenso spitzen wie treffenden Bemerkung: Man könne sich dann auch gleich wie früher Ersatzreifen um den Hals legen oder ohne Bremsen fahren. Der Patron hatte damit sein Urteil gefällt und das Peloton ließ die 10. Etappe gemächlich angehen. Den Spaß, die tapfer ausgerissenen Franzosen ganz lässig wieder einzufangen und am französischen Nationalfeiertag einen Briten (Cavendish) gewinnen zu lassen, gab es gratis dazu.
Der für die 13. Etappe vorgesehene zweite Tag ohne Funk wird jetzt wohl gestrichen. Stattdessen überlegt die Tourdirektion, auf diesem Abschnitt die Streckenposten einzusparen. Soll Armstrong eben selbst sehen, wie er mit den verdammten Kreiseln klar kommt.

am 14. Juli 2009
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