Radsport
Kritik an Doping-Kontrollen bei der Tour
Pierre Bordry, Chef der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD, hat erste Kritik an den Doping-Kontrollen bei der Tour de France geübt. Der verantwortliche Radsportweltverband UCI darf dies als Affront bezüglich der Ernsthaftigkeit ihrer Bemühungen verstanden wissen.
In einem Radiointerview äußerte Bordry Zweifel an der Transparenz der bisher durchgeführten Dopingkontrollen. "Man hat ein bisschen den Eindruck", so zitiert die französische Sportzeitung L´Equipe den AFLD-Chef, "dass das Sportliche in den Vordergrund gerückt werden soll." „Ich bin nicht sicher, ob alle Kontrolleure den gleichen Regeln und Bedingungen folgen."
UCI allein zu Haus
Bereits im Vorfeld der Tour de France war es wegen der Durchführung der Doping-Kontrollen zu Querelen zwischen AFLD und UCI gekommen. Unter der alleinigen Verantwortung der AFLD konnten nicht zuletzt aufgrund intelligenter Zielkontrollen und verfeinerter Testmethoden mehrere prominente Fahrer des Dopings überführt werden.
So darf die Kritik Bordrys, die Doping-Kontrollen seien weniger professionell als im vergangenen Jahr, als gezielter Affront gegen über der UCI gewertet werden, die in der Vergangenheit schon mehrfach wegen ihrer mutmaßlichen Verschleierungstaktik in Verruf geraten ist.
Die Federführung der UCI bei den Doping-Kontrollen der diesjährigen Tour de France war daher zumindest in aufgeklärten Kreisen schon vor Beginn der Rundfahrt zurückhaltend kommentiert worden.
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